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Marion Schwehr In Beiträgen

#outofblue auf dem #zf42 Netzkongress

* Diesen Vortrag habe ich auf dem Zündfunk Netzkongress gehalten. Gleichzeitig zu meinem mündlichen Vortrag twitterte Christian Gries ergänzende, erklärende, beispielhafte, aber auch zerstreuende und verwirrende Anmerkungen, so dass im Gesamten beim Zuhörer vielleicht mehr entstand als nur ein klares Bild. Das Konzept des Vortrags lässt sich hier im Blog nicht adäquat abbilden, da mündlicher Vortrag und Tweets, die parallel abliefen, hier in eine lineare Abfolge gebracht werden müssen. Deshalb habe ich nur einige wenige Tweets ausgewählt und in den Ablauf des Textes eingebaut.

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#outofblue – Tweetup im Haus der Kunst

Ein Tweetup von einer Ausstellung, die es gar nicht gibt? Genau den veranstalteten die Kulturkonsorten mit mir zusammen im Haus der Kunst. Jeder Teilnehmer brachte ein Bild im Kopf mit und twitterte darüber. Gleichzeitig stellte ein professioneller Guide die Bilder vor – rein verbal, ohne auf Abbildungen zurückzugreifen.

Was ist das, was da passiert? Ist das Kunst?  Weiterlesen #outofblue – Tweetup im Haus der Kunst

Der Wert des Crowdfundings

Crowdfunding ist mehr als nur Geldsammeln. Gerade unter ökonomischer Perspektive  ist es höchst interessant, was im Crowdfunding passiert. Denn Crowdfunding schafft nicht nur einen Wert für diejenigen, die Projekte umsetzen wollen, sondern darüber hinaus für die gesamte Volkswirtschaft.

Normalerweise übernimmt eine Einzelperson, ein Unternehmen, eine Institution das unternehmerische Risiko eines Projektes. Oder es wird auf eine Reihe von Investoren aufgeteilt, die ihr Geld in eine Sache stecken. Sie tragen das finanzielle Risiko, dass das Projekt auch floppen kann und sie ihr Geld nicht wiedersehen. Adäquat zum Risiko muss auch die zu erwartende Rendite ausfallen. Es muss sich rechnen.

Beim Crowdfunding ist das anders: Die zu finanzierende Gesamtsumme wird in so viele kleine Stücke aufgeteilt und auf so viele Schultern verteilt, dass es gar kein Risiko mehr gibt. Nicht für den Projektanbieter und auch nicht für die Kapitalgeber. Weiterlesen Der Wert des Crowdfundings

7 Thesen zum Thema „Innovation“

Innovation ist kein Synonym für Verbesserung.
Spricht man von Innovation denkt man automatisch an Verbesserung und Fortschritt, an eine lineare Entwicklung des immer besser und perfekter Werdens. Doch diese Vorstellung ist irreführend. Denn tatsächlich ist es so, dass eine Innovation lediglich etwas „Neues“ hervorbringt, also etwas das anders ist. Ob diese Neuerung tatsächlich zum Besseren führt, ist eine ganz andere Frage, die oft erst auf den zweiten Blick beantwortet werden kann. Ich habe an einigen Fallbeispielen bereits auf die paradoxen Effekte von Optimierungen hingewiesen: Optimierungen im Einzelnen führen nicht selten zu einer Verschlechterung des Gesamtzustandes bzw. machen diese Verschlechterung überhaupt erst möglich. Es ist an der Zeit den nicht-hinterfragten Nimbus des Positiven, den wir mit Innovation verbinden, zu entzaubern. Schon allein deshalb um uns aus der Logik der linearen Entwicklung zu befreien und Innovation auch als Neuerung hin zu anderen (und dann vielleicht wirklich besseren) Wegen begreifen zu können.

Innovation ist nicht planbar.
Innovation verläuft unvorhergesehen, komplex, meist auch chaotisch. Gerade deshalb wird versucht die Unwägbarkeiten der Innovationsentwicklung durch professionelles (Projekt-)Management zu zähmen. Weiterlesen 7 Thesen zum Thema „Innovation“

Wenn aus immer mehr weniger werden soll

Von der Paradoxie des Optimierens – am Beispiel der Automobilindustrie

Um es klarzustellen: Ich habe nichts gegen die Automobilindustrie. Im Gegenteil. Ich liebe sie als Anschauungsobjekt in Sachen Innovation. Schließlich gibt es keine Branche, die die Instrumente des Optimierens, Verbesserns, Entwickelns und Innovierens an einem Produkt ernsthafter, konsequenter und erfolgreicher umsetzt als die Automobilbranche. Und sie führt uns noch eine andere Sache vor Augen – nämlich den Mechanismus, wie selbst signifikante Verbesserungen und stetes Optimieren nicht zu einer Verbesserung des Gesamtzustandes führen, sondern lediglich ein Mehr des Negativen, der schädlichen Effekte ermöglicht. Ein Ausweiten der Grenzen, an die man schon zu stoßen schien. Ein Verschieben und Aushebeln dieser Grenzen, um weiter ein immer Mehr zu ermöglichen. Dies ist ein Mechanismus, der keineswegs auf die Automobilindustrie beschränkt, sondern in unserer Gesellschaft als grundlegendes Prinzip weit verbreitet ist. Gerade dies macht die Automobilindustrie als Anschauungsobjekt so interessant.

Aber der Reihe nach:

Optimieren ist eine tolle Sache. Etwas verbessern, entwickeln, voranbringen. Wer kann da etwas dagegen haben. Weiterlesen Wenn aus immer mehr weniger werden soll

Alles eine Frage des Preises

„Schwerlich wird sich in der kapitalistischen Welt eine Branche finden lassen, die so sonderbar ist wie die Verlegerei“, stellt Hans Magnus Enzensberger in seinem Essay Bücher á la carte fest. „Die Bezahlung ist meist schlecht, die Renditen sind minimal und die Risiken mörderisch.“

Ähnliches wurde am Buchcamp in Frankfurt konstatiert. Auch hier fragten sich die Bücherfrauen und die Teilnehmer ihrer Session „Arbeitsmodelle der Zukunft“, warum Verlage für ihre Bücher nicht adäquate Preise verlangen. Preise, die den Aufwand, der darin steckt, auch widerspiegeln und die wirtschaftliche Basis sowohl für die Verlage als auch für die Mitarbeiter sichern. „Man kann durchaus für ein Buch, das üblicherweise 9,90€ kostet, 14,90€ verlangen“, sagte eine Teilnehmerin. Sie habe es ausprobiert: „Es funktioniert. Das Buch wird gekauft.“

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„Crowdsourcing“- Was ist das eigentlich?

Alle reden davon, kaum einer weiß, was er damit meint und kaum jemand meint das, was der andere meint, wenn er davon redet. Und bei aller Unklarheit schwingt etwas mit, das sich am ehesten als Skepsis, vielleicht sogar einem Unwohlsein fassen lässt. Warum eigentlich?

Wenn man sich bei einem der größten und erfolgreichsten Crowdsourcing-Projekte überhaupt – bei Wikipedia – schlau macht, erfährt man, dass Crowdsourcing die „Auslagerung auf die Intelligenz und die Arbeitskraft einer Masse von Freizeitarbeitern im Internet“ ist.

Man verlässt sich also auf die „Intelligenz“ einer „Masse“ von „Freizeitarbeitern“. Oh mein Gott! Wen das nicht skeptisch macht, dem ist nicht zu helfen. Menschenmassen machen immer skeptisch und wenn sie noch intelligent sein sollen, umso mehr. Unwillkürlich denkt man an Horden von Fußballfans, an Besucher von Rockkonzerten und anderen Großveranstaltungen, an Großdemos von Gewerkschaften, … und schaudert.

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